H A N S  -  D I E T E R   M A N H A R T S B E R G E R

Geboren bin ich 1940 in Innsbruck, kriegsbedingt besuchte ich die Volksschule in Mayrhofen, was ich als Glücksfall für mich ansehe. Dann drei eher mühsame Jahre an der damaligen Realschule in Innsbruck, bevor ich durch eine weitere glückliche Wendung in das Privatrealgymnasium in Reutte eintreten konnte, das sich damals gerade in seiner Aufbauphase befand. Die an dieser Schule herrschende Pionierstimmung und die besonderen persönlichen Kontakte machten diese Zeit für mein Leben bestimmend. Danach begann ich das Jusstudium in Innsbruck, obwohl diese Studienrichtung meinen Interessen diametral entgegenstand. In der Rechtsgeschichte und -philosophie fand ich aber die Anknüpfungspunkte, die das Studium für mich interessant machten. 1963 schloss ich das Studium mit dem Doktorhut ab, der mich seither als etwas verstaubtes Requisit durch mein Leben begleitet.

Ich trat dann in das Steuerberatungsbüro meines Vaters ein, erwarb die Berufsbefugnis und übe diese Tätigkeit immer noch aus, um mir und meiner Familie den Unterhalt zu sichern. Daneben fand ich zwischendurch Zeit für Studien in Klassischer Archäologie und Orientalistik in Innsbruck und machte dabei viele Erfahrungen, die für meine spätere Arbeit bestimmend geworden sind. Ich heiratete relativ spät meine Frau Irmgard, die ich bei Vorlesungen in Althebräisch kennengelernt habe. Wir haben inzwischen drei Kinder. 1989 übersiedelten wir nach Lans, wo wir immer noch gerne leben. Beruflich pendle ich seit einigen Jahren regelmäßig nach Kufstein, wo ich bei der Firma Anita ein, meinen kreativen Ansätzen entgegenkommendes Betätigungsfeld gefunden habe.

Der schöpferischen Auseinandersetzung mit fremden Kulturen, Kulten, Sprachen, Schriften und nicht zuletzt Musik gilt mein besonderes Interesse. Eine für mich ganz besonders lebendige Quelle der Inspiration ist dabei der Bereich der vorkolumbianischen Zivilisationen und deren Bildwelt. Der Kontakt mit dem Verein TO-OM-RA hat mir dabei Tore zu neuen Erfahrungen und Beziehungen geöffnet.

Künstlerisch bin ich Autodidakt mit einem leichten Hang zum Perfektionismus.
Seit 1968 fertige ich künstlerische Arbeiten, wurde 1974 in die Tiroler Künstlerschaft als "Objektemacher" aufgenommen. Durch viele Jahre wirkte ich in deren Vorsitz.
Meine technischen Kenntnisse verdanke ich freundlichen Kollegen, die mich in ihre Werkstattgeheimnisse eingeführt haben. Ein besonderer Dank gilt dabei dem verstorbenen Prof. Franz Lettner, der mir durch viele Jahre väterlicher Mentor war. Während mehrerer Aufenthalte in Rom entstanden die Zeichnungen zum "Album Rom", das ich in Zusammenarbeit mit dem Dichter Franz Tumler herausgeben konnte.

Seit einigen Jahren befasse ich mich besonders mit der künstlerischen Umgestaltung von elektronischen Bauelementen, aus denen ich Objekte gestalte, die die verborgene Ästhetik dieses Materials sichtbar machen sollen. Die frappante Ähnlichkeit elektronischer Schaltkreise mit präkolumbianischen Hieroglyphen hat mich zu diesen Arbeiten inspiriert. Die Arbeiten dieser Serie stellen eine kritische und bisweilen ironische Auseinandersetzung mit unserer techniklastigen Zivilisation dar.