A K T U E L L


TIROLISCHLEIOANS

 


Mehrere überraschende fotografische Erlebnisse haben mich bewogen, das mit dem Konterfei der Kuh begonnene Projekt weiter zu führen. Kernelement der ganzen Serie ist, dass alle Fotos von einem Standort, rund um unser Haus in Lans entstanden sind. 
Ein weiteres Charakteristikum aller Bilder ist, dass, abgesehen von kleineren technischen Korrekturen, keine inhaltlichen Veränderungen vorgenommen wurden. Die Motive werden so abgebildet, wie sie sich tatsächlich ereignet haben. 
Eine besondere Wolkenstimmung hat einen unscheinbaren Berg (Hechenberg) am Ende der Nordkette zu einem Fujiyamader Alpen werden lassen. 
Die winterliche Kuppe des Patscherkofel mit ihren Sendetürmen erinnert an den Eisplaneten in einer Episode von „Star-Wars“. 
Die beiden Ufos sind Produkte einer Föhnlage, wie sie bei uns öfter vorkommt. Sie erinnerten mich an die Area 51 und so kam es zum Titel. Merkwürdigerweise behauptet eine Bekannte, am selben Tag ein richtiges UFO gesehen zu haben. 
Von allen Motiven können Postkarten bei mir bezogen werden. Preis € 1,50 
Von den Kuhmotiven (Tirolischleioans und Tirolischleilans) sind auch T Shirts verfügbar, bzw. zu bestellen. Preis € 20,--
Ebenfalls von dem Kuhmotiven gibt es Briefmarken (Nennwert 99 ct.) zum Preis von € 3,--

     

Aktuelles Kunstprojekt „tirolischleioans“

Die frühmorgendliche Begegnung mit einem selbstbewussten Rindvieh und ein geglücktes Foto davon wurden zum Anlass für ein ungewöhnliches Ansichtskartenprojekt. Bei der Bearbeitung des Fotos am Computer kam mir die Eingebung,das Statement „tirolischleioans“ ins Bild zu setzen.
Darauf folgte die Idee, daraus eine Postkarte machen zu lassen. Dabei fiel mir, als in Lans wohnender, die Ähnlichkeit von „oans“ und „lans“ auf und ich veränderter den Text in dem Sinn. So entstanden zwei alternative Ansichtskarten. Um das Ganze noch abzurunden, bestellte ich bei der österreichischen Post noch Briefmarken mit denselben Motiven. 

Diese Karten sind bei mir einzeln oder im Set mit der Marke zu beziehen. 
Einzelpreis Karte: € 1,50
Set mit Marke € 4,50 (Markenwert 99 cent)

5. 2. 2015

  

 

 

 

 

 

 

Zusammenarbeit mit dem indonesischen Stencil Artist Digie Sigit.


Aus Anlass der Produktion des zweiten Teils des Projekts „Tirolesia“ meiner Tochter Helena, hielt sich der indonesische Künstler Digie Sigit diesen September zwei Wochen bei uns auf. Bei dieser Gelegenheit entstand die Idee, gemeinsam ein Kunstobjekt zu schaffen. 
Aus geschliffenen und polierten Leiterplatten stellte ich die Grundstruktur her, auf der Digie Sigit dann in seiner Schablonentechnik den Kopf einer balinesischen Tänzerin mit mehreren Schablonen aufsprühte. Titel seines Bildes: “What kind of values are we going to inherit“
Das Bild ist 70 x 70 cm groß 

Links: 
www.tirolesia.at

www.digiesigit.wordpress.com

Die Bilder zeigen Produktionsschritte des Bildes und das fertige Werk
Freundlicherweise hinterließ Digie Sigit auch ein Bild in der Bücherei Lans.



 

Perù update 2013

Das Wichtigste zuvor, diesmal hat es geklappt, ich bin zum Tor von AramuMuru gelangt und , was ich dort erlebt habe, war jeder Anstrengung wert. Hier ein kurzer Bericht über meinen Weg dorthin und was ich sonst noch so alles erlebt habe.

Ich bin diesmal etwas später nach Perú gereist, erst am 17. November, einmal, weil ich die Landschaft gerne einmal mit Vegetation bedeckt sehen wollte und zum anderen, weil ich auf ein etwas wärmeres Klima hoffte.
Mit der Vegetation lag ich richtig; alles war von frischem Grün bedeckt, aber das Wetter war eher kühl und ich war oft für die Wintersachen dankbar, die ich von meiner Abreise mit hatte.

Die Anreise war ziemlich mühsam, der Flug von Frankfurt nach Bogotá ein Horror. Die Maschine war überbucht und ich bekam gerade noch den schlechtest möglichen Platz im Flieger.

In Südamerika angekommen klappte aber alles bestens und ich kam sicher in Cusco an, wo ich von meiner Gastfamilie vom letzten Jahr herzlich empfangen wurde. Diesmal hatte ich auch keine Probleme mit der Seehöhe und so machte ich schon am zweiten Tag einen Ausflug zu den Ruinen von Pisaq.  



Im Hause meiner Gastgeber war auch Sybille, eine bergerfahrene Dame aus Südtirol untergekommen, die sich als die beste Reisebegleiterin entpuppte, die man sich vorstellen kann. 
Mit ihr zusammen unternahm ich Ausflüge in Regionen, in die ich mich allein nicht vorgewagt hätte.

So sind wir etwa in Ollantaytambo zu den Magazinen neben dem Kopf des Viracocha aufgestiegen, von wo man einen wunderbaren Blick auf die großartige Anlage der Festung hat. 




Eindrucksvoll war auch ein Ausflug zu den Salzterrassen von Maras, wo schon seit der Zeit der Inka auf natürliche Weise Salz gewonnen wird. 


Mit der Sprachschule besuchten wir die Kultstätte von Killarumyoq, einem Heiligtum der Mondgöttin Mama Killa. Don Augustin, der uns begleitete, hielt dort zu ihren Ehren eine Zeremonie ab, die von den Regengöttern gern angenommen wurde.




Ein besonderes Erlebnis für mich wurde ein Ausflug nach Chinchero, einem, vor allem durch seine Textilkunst bekannten Ort in der Nähe von Cusco. Normalerweise ist er von Touristen überfüllt, die zu den verschiedenen Manufakturen geschleppt werden. Ich hatte an dem Tag das Glück so ziemlich der einzige Besucher zu sein und das bei herrlichstem Wetter. 



So konnte ich die besonders eindrucksvoll angelegten Heiligtümer ungestört auf mich wirken lassen. 



An diesem Tag fand ein dörfliches Begräbnis statt und das gab mir einen interessanten Einblick in die Kultur der einheimischen Bevölkerung. Der Tote war vermutlich Angehöriger einer der traditionellen Tanzformationen und so wurde sein Sarg, der mit einer Federkrone geschmückt war, in Tanzschritten zum Friedhof getragen. 



Dieses Erlebnis machte mich mit den „Danzas de las Tijeras“ bekannt, einer unglaublich, akrobatisch – ekstatischen indigenen Tanztradition. Ich habe es leider live nicht erlebt, glaube aber, dass es eine weitere Reise wert ist, sich genauer damit zu befassen.

Mit Don Augustin unternahm ich eine weitere Wanderung zu einer einsamen Kultstätte mitten in der Einöde. Dort wollten wir ein Einweihungsritual abhalten, was wir auch taten, aber auch diesmal 
waren die Regengeister mit von der Partie und so kam der Segen mehr von oben. 


Jetzt ist es aber an der Zeit, über den Höhepunkt meiner zweiten Reise nach Perú zu berichten, der Fahrt zum Tor von AramuMuru.


Bei meinem letzten Aufenthalt in Cusco hatte ich das Glück, Don Wilbert, einen spirituellen Meister und dessen deutsche Partnerin Bärbel kennen zu lernen. 

Die hatten damals angeboten, mich auf dem Weg zum Tor zu begleiten. Die beiden organisierten dann tatsächlich alles, was technisch und spirituell erforderlich war.


Einen Tag vor meinem Geburtstag starteten wir in der Früh von Cusco aus in einem luxuriösen Fernreisebus Richtung Puno. Das ist eine Fahrt von fast 400 km und führt über gute Straßen über das Hochland zum Titicacasee. Unterwegs machten wir an mehreren interessanten Orten Station, unter anderen auch am höchsten Punkt der Route, in La Raya.



Das liegt auf einer Höhe von 4338 Metern. Auf dem Weg nach Puno gab es zuletzt noch zwei Hindernisse zu überwinden. Einmal eine Baustelle in Juliaca, einer Stadt, die außer der Durchzugsstraße, die wegen einer Baustelle gesperrt war, über keine asphaltierten Straßen verfügt, was unserem Bus Probleme bereitete.

Nach einer Stunde Umwege erreichten wir wieder die Hauptstraße und es ging weiter die letzten 40 Kilometer bis Puno. Dort war aber Streik und das bedeutete Straßenblockaden, die uns längere Zeit aufhielten. 

 

Zuletzt kamen wird dann aber sicher in Puno an und zogen in einem netten Hotel namens Uhu ein. 

Am nächsten Morgen mieteten wir ein Taxi und mit dem fuhren wir entlang dem Ufer des Titicacasees etwa 50 km Richtung Süden. Unvermutet bog der Fahrer in einen Feldweg ein und ein paar hundert Meter weiter konnten wir schon das Felsmassiv mit dem Tor sehen.


Nach all den Vorbereitungen und Strapazen war ich fast ein wenig enttäuscht, so ganz ohne Mühe hingelangt zu sein. Als ich mich aber der umgebenden Landschaft zuwandte, spürte ich, dass da noch etwas auf mich wartete, nicht nur die bizarren Felsgebilde, die auf mich herabblickten. 



Don Wilbert hatte für mich eine Despachozeremonie vorbereitet , vorher zog es mich aber tiefer in die Felsen und ich setzte mich auf einen der runden Steinbrocken, die dazu einluden.

Ich hatte mich kaum hingesetzt, da erfasste mich eine emotionelle Energie und ich musste plötzlich weinen, wie kaum vorher in meinem Leben. Als ich mich erholt hatte, wechselte ich den Platz und wieder überkam mich dieser Drang zu weinen. Nach einiger Zeit fühlte ich mich aber unglaublich befreit und mit leichtem Schritt eilte ich zur Stätte, an der Don Wilbert und Bärbel auf mich warteten. Es war ein unschätzbares Geschenk, an meinem Geburtstag an diesem Ort das erleben zu dürfen.




Erst nach der Zeremonie näherte ich mich zum ersten Mal dem Tor, natürlich mit großen Erwartungen. Tatsächlich hat sich da aber nicht viel abgespielt, das zu erzählen wäre, aber das für mich Wesentliche hat sich für mich vor dem Tor ereignet und das ist vielleicht gut, denn bei den Einheimischen heißt des Tor auch „Puerta del Diablo“. 

Wir hatten das Glück den Ort ganz allein für uns zu haben und verweilten dort für längere Zeit. 
Dann machten wir uns auf den Weg über das außerweltlich wirkende Gebirge auf die andere Seite, wo unser Taxi auf uns wartete. 


Ich blieb dann noch einen Tag in Puno und machte mit einem Schiff eineRundfahrt auf dem Titicacasee zu den Inseln Uros und Taquile. Bei herrlichem Wetter war es ein wunderbarer Abschluss dieser Reise.



Am Abend ging es dann mit einem Nachtbus in einer achtstündigen Fahrt zurück nach Cusco.

Den Abschluss meines Aufenthaltes in Perú bildete ein mehrtägiger Aufenthalt in einer völlig anderen Gegend, dem Regenwald. Meine Gastfamilie besitzt eine Farm am Unterlauf des Rio Urubamba und lud mich in der letzten Woche auf eine Fahrt dorthin ein. Wieder war eine Strecke von fast 400 km zu überwinden, diesmal aber ging es zuerst über eine abenteuerliche Passstraße auf über 4300 Meter und dann über Schotterstraßen hinunter in den Regenwald, sodass man mehr als acht Stunden unterwegs ist, wenn alles klappt. 
Das tat es nicht immer und so hatten wir kurz vor unserem Ziel mit einen umgestürzten Baum zu kämpfen. Mit der vereinten Männerkraft aus mehreren Fahrzeugen und scharfen Macheten, gelang es den Weg wieder frei zu machen. 



Auf der Farm, Chacra Gloria genannt, wurde ich dann mit einer anderen Realität konfrontiert, an die ich mich erst gewöhnen musste. Die üppige Vegetation, die in kurzer Zeit alles überwuchert, wirkte für mich ein wenig bedrohlich, was aber durch die Vielfalt an Blumen und Früchten aufgewogen wurde, der ich hier begegnete.



Auf der Farm wohnen auch einheimische Bauern und ein Besuch in ihrem Haus führte mich in eine andere Welt. 




Dass es eine große Herausforderung ist, eine solche Farm immer wieder vom wuchernden Untergehölz zu befreien, konnte ich erleben, als Abel und seine Helfer mit den Macheten meterhohe Bäume fällen mussten, um die Nutzpflanzen freizulegen.



Das letzte Abenteuer meiner Reise erlebte ich auf der Rückfahrt nach Cusco, als ein reißender Bach die Passstraße über die Abra Malaga unpassierbar zu machen schien. Zunächst sah es so aus, als wäre hier Endstation, dann kam ein riesiger Lastwagen, pflügte mit voller Fahrt durch das Geröll und machte damit eine Schneise für die anderen Autos frei. Auch mein Fahrer wagte es, den Bach zu überqueren, ich muss aber gestehen, dass mir nicht wohl dabei war. 


Wir kamen aber sicher auf der anderen Seite an und so nahm ein wunderbarer Aufenthalt in einem faszinierenden Land ein gutes Ende.

Bildnachweis
Sybille Demetz: Nr. 5
Bärbel Weiland: Nr. 12, 15
Santos Machacca: Nr. 9
Dieter Manhartsberger: die übrigen Bilder

 

Perú – erste Reise 2012

Ich bin nun wieder zurück von meiner Reise. Um es vorweg zu sagen, das angepeilte Ziel, die Puerta von Hayu Marka, habe ich nicht erreicht. Wie es sich herausstellte, war sie der Köder, der mich mit Macht nach Perú gezogen hat. An Ort und Stelle mußte ich feststellen, dass es einerseits zu gefährlich war, die Fahrt dorthin alleine zu unternehmen, andererseits der Besuch dieses Ortes ein gewisses Maß an spiritueller Vorbereitung verlangt, die mir noch fehlt. Während meines Aufenthalts in Cusco hatte ich aber das Glück viele bedeutsame Menschen kennenlernen zu können, die mir helfen werden, dieses Ziel bei meiner nächsten Reise nach Peru erreichen zu können. 
Ich hielt mich daher gut vier Wochen in Cusco auf und besuchte dort einen Spanischkurs im Institut Acupari. Ich wohnte die ganze Zeit bei einer besonders freundlichen einheimischen Familie. Ich hatte dadurch die Chance viele interessante Menschen kennen zu lernen und Erfahrungen zu machen, die sich bei einer Rundreise nicht bieten. 
Besonders erwähnen möchte ich Frau Maria Jürgens, die Leiterin des Instituts Acupari und deutsche Konsulin. Sie und ihr Team hat für alles, für meinen Aufenthalt Nötige, organisiert. Dann ihren Mann Herrn Flavio Hermoza, österreichischer Konsul und ein großer Kenner der peruanischen Geschichte und Gegenwart. Mit ihm habe ich interessante Exkursionen zu bedeutenden Denkmälern unternehmen können. (Bild 1) Er hat mich auch mit Don Augustin, einem spirituellen Meister der Q’eros bekannt gemacht. Mit ihm konnte ich eine wunderbare Zeremonie an einem magischen Ort in Q’enqo erleben. (Bild 2)
Dann möchte ich meine Gastfamilie Abel Castaneda und Sara Camacho erwähnen, die alles unternommen haben, um meinen Aufenthalt so angenehm, wie möglich zu gestalten. (Bild 3) Bei allen möchte ich mich herzlich bedanken. 
Wie erwähnt, konnte ich das Tor diesmal nicht erreichen, dafür erlebte ich den Sonnenaufgang in Machu Picchu (Bild 4) und konnte eindrucksvolle Bauten, wie in Moray (Bild 5), Ollantaytambo (Bild 6), Pisac (Bild 7) und natürlich Saqsaywaman (Bild 8), erforschen. Durch den längeren Aufenthalt konnte ich auch die Stadt Cusco besser kennen und lieben lernen. In ihr konnte ich die Präsenz des untergegangenen Inkareichs mit allen Sinnen erspüren, ist man doch auf Schritt und Tritt mit seinen Spuren konfrontiert. Liebgewonnen habe ich auch die Menschen in Stadt und Land unter denen ich mich tagtäglich bewegen konnte. (Bilder 9 – 13)
Inzwischen weiß ich auch, was es in Perú noch alles zu sehen und zu erfahren gibt und das läßt mein Herz höher schlagen, wenn ich an meine nächste Reise dorthin denke. 

Lans, 12. 1. 2013


Maria, Flavio und ich im Schulhof 


Ritual mit Don Agostin in Q'enqo
  

Wocheneinkauf mit Sara und Abel auf dem Markt
 
 
Machu Picchu, Sonnenaufgang
 
 
Moray, Pflanzenterrassen
 
 
Ollantaytambo, Wiraqocha im Felsen


Pisac. Intiwatana
 

Sawsaywaman, Festung
 

Blick auf Cusco
 

Cusco, Plaza Mayor - Haukaypata
 

Cusco, Acupari Sprachschule
  

Cusco, Schüler in der Qorikancha
 
 
 Cusco, ein Inka 

 

PROJEKT
PUERTA DE HAYU MARCA

PFORTE DES AMARU MERU – ARAMU MURU

 

Im südlichen Peru, nahe dem Titicacasee, etwa 35 Km von der Stadt Puno entfernt, befindet sich eine bergige Gegend mit bizarren Felsformationen. In einen dieser Bergrücken wurde in Zeiten, die vor der Kultur der Inkas liegen soll, eine etwa 7 mal 7 Meter messende quadratische Fläche gehauen, in die ein trapezförmiges Scheintor eingelassen ist. Mit dieser Stätte verbinden sich einige bemerkenswerte mythische Überlieferungen, auf die ich später noch eingehen werde. 
Hier sei nur erwähnt, dass eine andere Bezeichnung „Pforte in das Land der Götter“ lautet und damit andeutet, dass dieser Ort dem Übergang von einer Existenzebene in eine andere geweiht war. Der Name „Amaru Meru“ geht auf einen sagenhaften Priester der Inkas zurück, der, auf der Flucht vor den Spaniern, mit Hilfe einer goldenen Scheibe durch diese Pforte gegangen und nie mehr zurückgekehrt sein soll. 
Auf diesen Ort gestoßen bin ich durch eine DVD, in der ein, jetzt lebender Sonnenpriester der Inkatradition, über seine Reise an verschiedene Sonnenkultstätten auf der ganzen Welt berichtet. Auf dem Weg zu den Kultplätzen in Peru kam plötzlich die Pforte von Hayu Marca ins Bild und die zog mich sofort in ihren Bann. In der Folge suchte ich alle möglichen Informationen darüber und es dauerte nicht lange bis ich erkannte, dass ich diesen Ort besuchen sollte. Ich habe inzwischen mit der Planung meiner Reise begonnen und mich als Erstes in einen Spanischkurs eingeschrieben. 
Das Ganze hat natürlich eine Vorgeschichte, die viele Jahrzehnte zurückliegt. Vorausschicken möchte ich, dass mich die präkolubianischen Kulturen in Südamerika schon von Kindheit an angezogen haben. 
Anläßlich einer Reise nach Berlin in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts besuchte ich das Völkerkundemuseum in Dahlem, das eine umfangreiche Sammlung von Objekten dieses Kulturkreises beherbergt. Unter anderem stieß ich dabei auf einige Architekturfragmente aus dem Bereich des Sonnentors von Tiwanaku, die mich besonders anzogen und die ich damals intensiv fotografierte.

Bild 2
Originalplastik aus Tiwanaku

Die Bilder lagen dann jahrelang in einer Schachtel bis ich etwa um 1985 die Idee hatte, zwei dieser Objekte nachzubauen. Ich hatte inzwischen im Rahmen meiner künstlerischen Arbeiten bemerkenswerte Ähnlichkeiten zwischen der Ikonographie der indianischen Völker und den Strukturen gedruckter elektronischer Schaltungen erkannt und zeichnete eine Synthese aus magischen Zeichen und elektronischen Schaltkreisen, die ich dann in die leere Fläche unter dem Gesicht der Plastik einbaute. Aus dieser Idee hatte sich inzwischen ein Ausstellungsprojekt entwickelt, das 1986 im Kunstpavillon Innsbruck stattfinden sollte. Dazu ließ ich Kunststoffabgüsse meiner Nachbauten der Steinköpfe anfertigen, 20 an der Zahl, in die ich die im Siebdruckverfahren auf Spiegelfolie hergestellten Brustschilde einsetzte. Zusätzlich war jeder zweite dieser Köpfe mit einem Tongenerator versehen, der auf die Raumhelligkeit reagierte und im Ausstellungsraum eine Klangarchitektur entstehen ließ. Die Ausstellung lief unter dem Titel: „Sonnentor“. Eine, zufällig zur Vernissage anwesende Anthropologin, die gerade aus Südamerika zurückgekehrt war, erklärte mir, dass das Arrangement der Ausstellung genau in die Systematik der präkolumbianischen Kulturen paßte, was mich motivierte, mich eingehender mit dieser Thematik zu befassen. Da konnte mir natürlich nicht verborgen bleiben, welche Folgen die Eroberung durch die europäischen Mächte für die indigene Bevölkerung und deren Kulturen hatte. So entstand nach der Ausstellung der Plan, die Kopien der Köpfe nach Peru zu bringen, sozusagen als symbolische Wiedergutmachung des Raubes der Kulturgüter. Leider konnte ich das Projekt damals nicht verwirklichen, vielleicht ergibt sich aber im gegenwärtigen Projekt in irgend einer Form Gelegenheit dazu.

 

Bild 3 
Kopie aus Kunststoff zur Ausstellung in Innsbruck

In den folgenden Jahren konzentrierte ich mich in meiner Arbeit mehr auf die Ästhetik der Schaltkreise und auf technische Aspekte, wobei aber immer wieder Berührungen mit alten Kulturen stattfanden, wozu auch die archäologischen Grabungen am Goldbichl in meiner Nähe zu zählen sind. 
Unter dem Titel „Crossover“ entstanden in der Folge viele Objekte, die technische Strukturen mit Elementen antiker Kulturen und Kulte verbanden. Die Steinköpfe aus Tiwanaku baute ich gelegentlich auch in spätere Ausstellungen ein und hielt auf diese Weise die Erinnerung diese Kulturen wach. Inzwischen hatte ich mich mehr der Maya-Zivilisation zugewandt, lernte dabei aber auch viel über die anderen Kulturen Süd- und Mittelamerikas. So war der Boden bereit für das Saatkorn, das mir aus Peru zugeflogen ist und das ich jetzt hege und zu Blüte und Frucht bringen möchte. 

Jetzt will ich hier noch einige Details der Überlieferungen zur „Pforte von Hayu Marca“ erzählen, wie ich sie aus verschiedenen Quellen geschöpft habe, 
wobei die Grenze zwischen Dichtung und Wahrheit, vor allem im Internet, oft schwer zu ziehen ist. 
Die Landschaft, in der die Pforte des Amaru Meru (Aramu Muru) zu finden ist, besteht aus bizarren Steinformationen, die zu allen möglichen Assoziationen verleiten. Bei der Urbevölkerung fallen Namen, wie „Stadt der Götter, Steinerner Wald oder Tal der Geister“. In eine dieser Steinformationen meißelten die Vorgänger der Inkas eine ebene, quadratische Fläche, etwa 7 Meter im Quadrat, in die sie das Scheinportal einarbeiteten, das kaum einen Meter in den Fels führt.
Durch diese Pforte, wird gesagt, sollen in alten Zeiten große Helden ihre Reise in ein glorreiches Leben in Unsterblichkeit angetreten haben. Eine andere Überlieferung erzählt von dem letzten Inkapriester, Amaru Meru, der dem Tor den Namen gegeben hat und der dort diese Welt verlassen haben soll. Dieses Tor ist immer noch Ziel spiritueller Suchender, die hier Kontakt mit Anderswelten aufnehmen wollen. Einige berichten von Licht- und Klangerscheinungen und Visionen von Tunnels in die Unendlichkeit. Andere sehen Sterne und machen körperliche Erfahrungen.
Neben diesem Tor gibt es im Bereich dieser Kultur noch einige andere Heiligtümer mit Scheinpforten, die teilweise mit unglaublicher Präzision in den Felsen gehauen sind. Ich habe viele, der im Internet verfügbaren Bilder dieses Ortes heruntergeladen und analysiert. Ich glaube jetzt in der Fläche oberhalb des Tores eine reliefartige Struktur erkennen zu können, die der Pforte einen eindrucksvollen Rahmen verleiht.
Da ich beabsichtigte, ein Modell dieser Pforte zu bauen, begann ich damit, die vermuteten Konturen auf Millimeterpapier zu übertragen.

Bild 4 
Graphische Rekonstruktion des Tores

Dabei konnte ich Konstruktionsdetails feststellen, die nicht zufällig sein konnten. Außerdem fällt auf, dass die Geometrie der natürlichen Felsformation möglicherweise in das Gesamtkonzept einbezogen wurde. Ich bin mir bewusst, dass meine Rekonstruktion in Teilen spekulativ ist, sie entspricht aber meines Erachtens weitgehend dem Formkanon dieser Zivilisation. Man könnte auch vermuten, dass der, jetzt nackten, Felswand möglicherweise einst eine prunkvolle Fassade vorgebaut war.Diese graphische Rekonstruktion übertrug ich sodann auf geschliffene und polierte Leiterplatten und schnitt die gefundenen Umrisse aus. 

 

Bild 5 
Umsetzung auf einer polierten Leiterplatte


Dieses erste Modell habe ich dann in die Brustplatte eines der vorhandenen Köpfe des Sonnentorprojekts eingesetzt und damit den Kreis zum Ausgangspunkt geschlossen. 

Bild 6 
Der Kopf aus Tiwanaku mit neuer Brustplatte

In weiterer Folge habe ich mit einem weiteren, größeren Modell begonnen, in dem ich den Blick in die Unendlichkeit realisieren wollte. Das gelang mir erst, nachdem ich dünne verspiegelte Glasscheiben auftreiben konnte, mit denen man diesen optischen Effekt erzielen kann.

Bild 7
Rekonstruktion mit Tunnelblick

Damit ist der technische Teil des Projekts im Wesentlichen abgeschlossen und ich kann mich nunmehr den anderen Aspekten meines Projektes zuwenden, wozu vor Allem die Vorbereitung der Reise nach Peru gehört.



Lans, Jänner 2012.